39. Montagdemonstration in Berlin-Friedrichshagen 19 Uhr Marktplatz, Bölschestrasse

Friedrichshagen wird richtig giftig: Der Berliner Kiez im Südosten fordert jetzt Auskunft vom Berliner Senat über die toxikologischen Gefahren des Flughafens BER und fragt, ob der Überflug von Berlins größtem See und Trinkwasserreservoir Müggelsee mit der europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Einklang steht.

Ferner fordert die Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI) eine Kreuzbegutachtung aller bisherigen Untersuchungen zu den erwarteten BER-Umweltfolgen durch unabhängige Wissenschaftler. Es sei nicht auszuschließen, so die FBI, dass bei der Festlegung der Müggelseeroute​ mit über 120 Überflügen pro Tag bei Ostwind mögliche Gefahren für die Trinkwasserversorgung Berlins nicht hinreichend untersucht worden sind. An die Adresse von Umweltsenator Müller wiederholt die Initiative die Forderung nach einem umfassenden Umweltmonitoring: Die Berliner Bevölkerung im Osten habe ein Anrecht darauf zu erfahren, wie sich ihr Trinkwasser und das sensible Dahme-Spree-Ökosystem durch den BER möglicherweise verändert. (Einladung Presseteam FBI)

Die FBI hat auch Bezirksbürgermeister Oliver Igel eingeladen und ihn gebeten, von der DFS Veranstaltung letzte Woche im Rathaus Treptow zu berichten, zu der weder die freie Presse noch die interessierte Öffentlichkeit zugelassen waren. Wie berichtet tourt die DFS gegenwärtig durch die Gemeinden und Bezirke, um die Volksvertreter über zukünftige Fluglärmbelastungen zu informieren – jedoch unter Aussschluss der Öffentlichkeit. http://www.fbi-berlin.org/archives/3829

Einige FBI Aktivisten wurden schließlich doch zähneknirschend eingelassen, hatten aber kein Fragerecht. Hier der Bericht eines Anwesenden:

„Erst ließ Hans Niebergall (DFS) die Anwesenden ca. 50 Parlamentarier eine Stunde warten, so dass die Sitzung des Ältestenrats zwischengeschoben wurde. Dann kam er mit der Begründung, in seinem Outlook stünde ein anderer Termin und Ort (angeblich war die Veranstaltung im Rathaus Köpenick für eine Stunde später angesetzt gewesen, ein klares Zeichen für die DFS-Präzision bei Routenführung und Termintreue).

Dann haben er und sein Kollege aus der Public-Affairs Abteilung versucht, durch Belanglosigkeiten einzuschläfern.

Dann kam die Fragerunde. Herr Niebergall musste einräumen, dass es zu einer beträchtlichen „Streuung“ kommt, was nichts anderes heißt, dass statt der genehmigten Route 25 die 21 geflogen wird. Das heißt auch die Köpenicker Altstadt und das größte Neubaugebiet Allende-Viertel sowie das DRK-Krankenhaus werden zur Abflugschneise.

Richtig peinlich wurde es dann auf Nachfrage, als Hans Niebergall von dem Kerosinablassen der Air France Maschine berichtete „in großer Höhe“ so dass „unten nichts ankommt“. Wie laut es wird in Köpenick? Das konnte Herr Niebergall dann auch auf mehrfache Nachfrage nicht sagen. Da müssten erst Erfahrungswerte gesammelt werden.

Besonders erschreckend war die Behauptung, dass die DFS über die Auswirkungen ihrer „designten“ Routen keine Auskunft geben könne, da diese erst evaluiert werden müssen. Aber gleichzeitig behaupten sie, dass alle Alternativen gegeneinander abgewogen wurden… Wie, wenn ich die Auswirkungen der einzelnen Routen doch noch gar nicht kenne? Volksverdummung auf niedrigem Niveau!“ Die DFS plant – besser „designed“ (O-Ton Niebergall) Flugrouten und schaut dann mal, was sich in der Praxis dann so wirklich einstellt.

Immer noch weiss die Köpenicker Bevölkerung nicht, was auf sie zukommt. Gut zwei Monate vor dem Start der BER. Und Herr Niebergall hat sich auf mehrfache Nachfrage der Parlamentarier geweigert, eine Infoveranstaltung für die Bürger Köpenicks zu machen.“

Freundliche Grüße

Katrin Arendt
Friedrichshagener Bürgerinitiative
www.fbi-berlin.org
Mitglied im Bündnis Südost und ABB

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