Kosten aller BER- Anteilseigner

Geld_Mario_HausmannFinanzspritze BER: 706 Millionen Euro von Berlin

Die Nicht-Eröffnung kostet. Seit 2005 zahlt der Staat am Berliner Flughafen BER kräftig drauf.

Seitdem der Ausbau des Flughafens in Schönefeld beschlossen wurde, hat das Land Berlin 706 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln in das Projekt gesteckt. Davon waren 492 Millionen Euro Kapitalzuschüsse und 214 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen, teilte die Senatsverwaltung für Finanzen auf Anfrage mit. Teilweise wurden die Darlehen bereits in Eigenkapital umgewandelt, das Geld fließt also nicht mehr in den öffentlichen Haushalt zurück.

Nach dem Planfeststellungsbeschluss im August 2004 hatte es erst einmal so ausgesehen, als ließe sich der Hauptstadt-Airport hauptsächlich über Kredite und Eigenmittel der Flughafengesellschaft finanzieren. Von 2005 bis 2010 flossen aus dem Landeshaushalt auch nur 159 Millionen Euro in das Bauvorhaben. Über sechs Jahre verteilt, war das eine verkraftbare Summe. Doch als die Eröffnung vom BER im Mai 2012 zum zweiten Mal verschoben wurde, änderte sich die finanzielle Lage dramatisch. Um die Kostenexplosion aufzufangen und die Flughafengesellschaft mit dem nötigen Eigenkapital auszustatten, wurden von 2013 bis einschließlich 2016 insgesamt 547 Millionen Euro Steuergelder zugeschossen.

Auch das Land Brandenburg gab 706 Millionen Euro

Auch das Land Brandenburg hat seit 2005 Finanzspritzen von insgesamt 706 Millionen Euro geleistet. Berlin und Brandenburg sind mit jeweils 37 Prozent an der Flughafengesellschaft beteiligt, die restlichen 26 Prozent hält der Bund. Dessen Anteil an den Kapital- und Darlehenszuführungen war entsprechend geringer und lag bei 496 Millionen Euro. Demnach flossen bisher 1,9 Milliarden Euro Steuergelder in den Hauptstadt-Flughafen. Lediglich 660 Millionen Euro steuerte das Unternehmen bis 2016 aus Eigenmitteln bei. Der große Rest des Flughafenbaus wird über staatlich verbürgte Kredite privater und öffentlicher Banken finanziert. Die Gesamtkosten für den BER liegen nach den aktuellen Prognosen bei 6,6 Milliarden Euro.

Ob es dabei bleibt, ist noch unklar. Je länger der Airport nicht in Betrieb ist und je mehr Änderungen am Bau vorgenommen werden, desto teurer wird das Projekt. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses wird sich am 8. Februar in vertraulicher Sitzung erneut mit den “Baumaßnahmen und Kosten” einschließlich der “Geldabflüsse 2017″ befassen. Schon in der vergangenen Sitzung hätten Senat und Koalition Informationen über die Finanzlage des BER gezielt verschwiegen, kritisierte der FDP-Haushaltsexperte Marcel Luthe. Das sei ein “unglaubliches Verhalten” und grenze an “Haushaltsuntreue”.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-flughafen-ber-finanzspritze-ber-706-millionen-euro-von-berlin/19293830.html
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Zusätzlich wird weiteres Steuergeld für den Flughafen Tegel benötigt!:

Schon rund 40 Millionen Euro wurden für den Weiterbetrieb ausgegeben

Die Flughafengesellschaft, die vor der geplanten Schließung 2012 schon jahrelang nicht mehr viel Geld in die Anlagen gesteckt hatte, hat inzwischen nach ihren Angaben rund 40 Millionen Euro für den Weiterbetrieb investiert. Allein rund drei Millionen Euro hat sie für einen neuen „Anti-Skid-Belag“ auf der südlichen Start- und Landebahn ausgegeben. Der Belag verbessert die Griffigkeit der Räder vor allem bei schlechtem Wetter. Er war 2015 aufgetragen worden und soll rund vier Jahre halten. Er würde also auch eine BER-Eröffnung erst 2019 noch überstehen. Auch die Klimaanlage wurde für rund 500 000 Euro erneuert; ebenso hat man die Gepäckfördertechnik ertüchtigt. Und es gab nochmals Erweiterungen im Terminal A. Zudem hat man den internen Funkverkehr modernisiert.

Von einem Großteil der Investitionen profitieren auch die künftigen Nutzer der Flughafenanlagen. Unter anderem von einem neuen Tank für die Sprinkleranlage im Terminal-Sechseck und vom erneuerten Leitungs- und Kanalsystem.

Durch Wirbelschleppen beim Landen werden oft Dächer beschädigt

Weitere Wunder brauchen auch die Anwohner, die nicht nur unter dem Lärm des Flugbetriebs – vor allem auch in der Nacht – leiden. So weist Roland Bley, der Mitglied der Fluglärmschutzkommission für Tegel ist, darauf hin, dass im Nahbereich der Landebahnen immer wieder durch sogenannte Wirbelschleppen beim Landen Dächer und Gebäudeteile von Wohnhäusern beschädigt würden. Dass es durch die herabstürzenden Teile noch keine Personenschäden gegeben hat, ist für Bley ein Wunder. Auch deshalb ist für ihn ein Dauerbetrieb in Tegel, wie ihn die FDP anstrebt, unvorstellbar.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-flughaefen-das-wunder-von-tegel/19288534.html

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Airporttermin: CDU wittert Wahlbetrug

  • Neues Deutschland
  • 23 Jan 2017
  • Von Andreas Fritsche

Es sei längst klar gewesen, dass der Flughafen BER auch 2017 nicht fertig wird, glauben CDU und Grüne. Die SPD habe das Thema nur aus der Abgeordnetenhauswahl raushalten wollen. »Nun wird offiziell, was sich schon Monate vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im vergangenen Herbst abgezeichnet hatte«, kommentiert Axel Vogel, Fraktionschef der Grünen im brandenburgischen Landtag, die offizielle Bestätigung, dass es auch 2017 nichts wird mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld. »Das zunehmend lächerlich gewordene Herumeiern hat damit ein Ende«, meint Vogel. »Statt nur das Offensichtliche einzuräumen, sollte der Aufsichtsrat schnellstmöglich klären, wie der Flughafen betriebsbereit wird und die weitere Inanspruchnahme von Steuergeldern minimiert werden kann.«

Der nur halbfertige BER verschlingt monatlich 17 Millionen Euro Betriebskosten und es entgehen der Flughafengesellschaft bis zu 14 Millionen Euro Miete, etwa für die Geschäfte im Terminal.

Es sei »offensichtlich«, dass es mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine Absprache gegeben habe, argwöhnt Florian Graf, CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus. Es sei ein »absolut durchsichtiges Manöver« gewesen, um nicht den Wahlkampf zu stören. Müller habe von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld schon viel länger gewusst, dass die Eröffnung auch 2017 nicht gelingen werde. Nur Mühlenfeld »musste schweigen, damit das Thema nicht zur Hypothek in Müllers Wahlkampf wurde«, sagt Graf. »Alles andere würde nur zeigen, dass Müller als Aufsichtsratsvorsitzender komplett überfordert ist.«

Flughafensprecher Lars Wagner versichert allerdings, ausschlaggebend für die Terminverschiebung sei der neue Sachstand auf der Baustelle. Darüber habe Mühlenfeld unverzüglich erst die Anteilseigner und dann die Öffentlichkeit informiert.

Der AfD-Abgeordnete Frank Christian Hansel schlussfolgert aus dem Desaster, Berlin benötige weiterhin den Flughafen Tegel, »wenn es im internationalen Luftverkehr nicht abgehängt werden will«. Eigentlich sollte Tegel schließen, wenn der BER startet.

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6 Antworten auf Kosten aller BER- Anteilseigner

  1. P. Neigenfind sagt:

    Es ist schon erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit die Herren Müller und Woidke das Thema BER behandeln. Das sind doch Probleme, die seit Jahren anstehen und anscheinend durch lückenhafte oder keine Kontrolle verursacht wurden. Wo stehen Regressforderungen gegenüber den betreffenden Firmen?
    2012 sollte der BER eröffnet werden. Jeder Monat Stillstand kostet 17 Millionen Euro, seit 2012 hat sich damit über eine Milliarde fehlender Einnahmen angesammelt. Das Auswechseln von Verantwortlichen, wenn es brennt, ist keine Lösung.

  2. Gast61 sagt:

    Meine Schadensfreude wird immer größer. Ihr üblen Chefs vom FBB habt die Anrainer insbesondere der Südbahn lange genug betrogen und belogen und nur mit einem üblen Trick 2015 den halbjährlichen Südbahnbetrieb ermöglicht!
    Ein Fiasko nach dem anderen, eine Panne nach der anderen, das wünsche ich mir, bis das Vorhaben BER aufgegeben und das Gelände anderweitig genutzt wird. Ihr SPRENGNETTER-Immobilienbewerter macht das Spiel noch mit und versucht die Immobilien zu Schrottwerten abzustufen, aber nicht mit mir! Ich suche mir jemand anderen als Immobilienbewerter.
    Aber vielleicht hilft uns auch der sumpfige Untergrund weiter…

  3. Gast68 sagt:

    Von einer Bundesbehörde, wie die BAM in Berlin könnte man ein umweltbewußtes Umweltverhalten bei der Wahl des Verkehrsmittel bei Dienstreisen erwarten,jedoch weit gefehlt! Selbst kurze Reisewege, wie Bonn, Braunschweig, Hannover müssen die Angestellten mit einem Flieger machen. Die Großkotzigkeit einiger Fachbereichsleiter (z.B. in der 9. Abteilung) und des Präsidenten der BAM nimmt überhand! Da machen junge Wissenschaftler Fernreisen nach China, um eine Tagung zu besuchen, ohne Rücksicht auf die Kosten. Überhaupt scheint der Größenwahn zu dominieren, am besten mit dicken teuren Autos auf das BAM-Gelände fahren, dann ist man wer! Getreu nach dem alten Sprichwort: “Hast Du was, dann bist Du was.” Kurzum: Für Prestigeprojekte wird das Geld zum Fenster rausgeworfen, für die Infrastruktur, z.B. Wartung von Prüfmaschinen fehlt es. Weitere Infos später.

    • Gast61 sagt:

      Es ist die seit Jahren bestehende Vetternwirtschaft der BAM-Reisekostenstelle mit der Lufthansa, gegen die noch keiner der Präsidenten vorgegangen ist und offenbar auch vom Bundeswirtschaftsministerium geduldet wird.
      Die ehemalige Justitiarin der BAM wurde nach Karlsruhe zum KIT(Karlsruher Institut für Technologie) “weggelobt”, weil sie scheinbar dem Präsidenten der BAM zu unangenehm wurde. Es wird sich zeigen, welche “Überraschungen” die BAM noch zu bieten hat, sicherlich werden sich auch andere Personen hier zu Wort melden, alles eine Frage der Zeit!

  4. Gast61 sagt:

    Ich habe den Artikel “Meuterei auf der BER-Baustelle” mehrmals gelesen und staune, das sich Bosch und andere Gewerke von den BER-Chefs so übel vorführen lassen! Mein Aufruf an Bosch und die anderen Gewerke: Verlassen Sie die BER-Baustelle! Aufträge gibt es woanders mehr als genug und Ihr Ruf wird nicht länger ruiniert! Was dann folgt, ist ja wohl klar: Der BER-Betrieb bricht über Nacht komplett zusammen und es werden sich keine neuen Gewerke mehr finden, die dort noch Bauarbeiten machen. Die Geldverschwendung wäre dann endlich zu Ende! Der Zeitpunkt liegt denkbar günstig: Am 17. Juli wird die Südbahn wieder für 3 Monate für Fluglärm sorgen, weil angeblich Arbeiten an den Vorfeldern stattfinden…

  5. Gast61 sagt:

    Einige Hotels, wie z.B. Van der Valk in Dahlewitz werden sich hüten, gegen den Fluglärm trotz Einflugschneise von der Südpiste vorzugehen, da der Flughafen schon größere Feiern veranstaltet hat, die der Flughafen finanziert. Da wird man sich hüten, gegen solche großzügigen Geldgeber vorzugehen. Die sogenannte “Giftbude”, eine Kneipe am Bahnhof Dahlewitz steht kurz vor dem Verkauf und hat aufgrund des Fluglärms draußen kaum noch Gäste, einige Stammgäste bleiben lieber in den Räumen, weil es dort erheblich leiser ist. Der benachbarte Blumenladen wird ebenfalls bald schließen, tolle Aussichten Ihr SPD/CDU-Wähler von Dahlewitz, auch Ihr bekommt Gehörschäden…

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