+ + BER: Terminband zur Eröffnung endet + +

When:
30. September 2017 all-day
2017-09-30T00:00:00+02:00
2017-10-01T00:00:00+02:00

„Wir sind so gut wie sicher“: Flughafenchef Hartmut Mehdorn nennt einen erstaunlich konkreten Termin. Aber er lässt sich noch Spielraum. Aus gutem Grund.
Die Anspannung der letzten Monate war Hartmut Mehdorn anzusehen, dunkle Ringe umgaben seine Augen. Sollte er die Sitzung des Flughafen-Aufsichtsrates am Freitag als Genugtuung oder gar als Triumph erlebt haben, so ließ er sich davon nichts anmerken, als er am Nachmittag vor die Presse trat. Denn in der vorangegangenen fünfeinhalbstündigen Sitzung hatte sich Mehdorn durchgesetzt, der Aufsichtsrat seinem Terminplan für die Eröffnung des Großflughafens BER zugestimmt. „Wir haben die Baustelle im Griff, wir wissen, was wir zu tun haben“, verkündete Mehdorn.

Zweieinhalb Jahre nach der letzten Absage gibt es damit zumindest wieder einen Termin, wann der BER in Betrieb gehen könnte. Und immerhin soll der Verkehr noch im Jahr 2017 aufgenommen werden, nachdem zuletzt vielfach über das Jahr 2018 spekuliert wurde. Zwischen Juni und September soll alles fertig sein, nur drei Monate Spielraum erlauben sich die Planer. Ein bisschen sicherte sich Mehdorn dann doch ab. „Es gibt immer Dinge, die passieren können“, sagte der Flughafenchef. „Aber wir sind so gut wie sicher, dass es keine großen Verwerfungen mehr gibt.“

Ist Mehdorn die Lust am Job vergangen?
Links neben Mehdorn saß der Mann, der den neuen Terminplan zu einem wesentlichen Teil zu verantworten hat. Jörg Marks, früherer Siemens-Manager, seit August Technikchef am BER. Er begann seine Erläuterungen mit einer Ankündigung, die man nicht gewohnt ist vom Flughafenbau, der unter dem bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit weitgehend als Geheimsache behandelt wurde. „Wir haben vereinbart, alles öffentlich zu kommunizieren“, versprach Marks – und erklärte.

Bis Mitte 2015 sollen demnach alle grundlegenden Baupläne vorliegen, so dass alle noch ausstehenden Arbeiten begonnen werden können. Zwischen März und Juni 2016 soll das BER-Terminal dann baulich fertiggestellt sein. Damit kann der Betrieb aber noch nicht beginnen, es folgen die baulichen Abnahmen und das Hochfahren der Systeme – einer der heikelsten Punkte in dem komplexen Gebäude. Sind alle Tests abgeschlossen, dann können die Flugzeuge kommen.

Sollte der neue Plan tatsächlich halten, werden seit dem ursprünglich geplanten Termin fast sechs Jahre vergangen sein. Die Aufgaben sind gewaltig. Marks verdeutlichte das an einigen Zahlen: 2300 Kilometer Kabelstränge müssen erneuert werden, die Sanierung der Deckenhohlräume ist noch nicht einmal zur Hälfte abgeschlossen, zwei Drittel der Mängel beim Brandschutz sind noch nicht abgearbeitet.

Wie diese Arbeiten voranschreiten, darüber wird die Flughafengesellschaft künftig monatlich berichten. Auch die Zahl der Bauarbeiter, die am BER tätig sind, soll fortan regelmäßig veröffentlicht werden. Derzeit sind es 210, verriet Marks. Was er nicht sagte: Anfang des Jahres waren es fast 400.

Aber entscheidend ist, was erreicht wird. Das gilt für Bauarbeiter ebenso wie für Geschäftsführer. Flughafenchef Mehdorn stand unter Beschuss in den Wochen vor der Aufsichtsratssitzung. Man war unzufrieden mit seiner Bilanz und mit seinem keineswegs demütigen Auftreten. Umgekehrt ließ Mehdorn kaum eine Gelegenheit ungenutzt, ahnungslose Politiker und sensationslüsterne Medien zu kritisieren.

Im März nächsten Jahres soll er erfahren, ob sein Vertrag verlängert wird, der im Frühjahr 2016 ausläuft. Es heißt, dass ihm selbst die Lust auch vergangen sei. Am Freitag sagte er auf die Frage, ob er der Eröffnung des BER als Geschäftsführer beiwohnen werde: „Ich freue mich, dabei zu sein. In welcher Funktion, weiß noch nicht.“ Das interessiere ihn auch nicht so, fügte der 72-Jährige dann noch hinzu. Es wirkte fast, als betrachte er seine Aufgabe schon als erledigt.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/hauptstadtflughafen/ber-soll-2017-eroeffnet-werden-die-baustelle-im-griff–den-termin-in-der-hand,11546166,29315214.html

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