„Ganz ehrlich hätte ich mir aber niemals vorstellen können, wie schlimm es wird.“

„Dauerbeschallung unerträglich“
28.10.2011 – FLÖRSHEIM
FLUGLÄRM Bürger und Bürgermeister wehren sich gegen Auswirkungen der neuen Nordwest-Landebahn
(red). Bürgermeister Michael Antenbrink reagierte jetzt mit einer Mitteilung scharf auf jüngste Berichte von einer Betriebsversammlung bei Lufthansa Cargo: „Wenn Unternehmensvertreter 1 000 Arbeitsplätze wegen des Nachtflugverbotes gefährdet sehen, kommt dies fast schon einer Verhöhnung der Bürger rundum gleich, die bei Überflügen 80 Dezibel und mehr zu ertragen haben. Schließlich haben die für den Ausbau Verantwortlichen bis zu 100 000 neue Arbeitsplätze versprochen.“
Es möge sein, dass Mitarbeiter des Unternehmens, die unmittelbar am Flughafen wohnen, die Lärmbelastung akzeptieren und sich scheinbar daran gewöhnt haben. „Aber Mediziner und selbst das Umweltbundesamt bestätigen, dass gerade der Fluglärm in der Nacht krank macht.“ Das Nachtflugverbot sei unverzichtbarer Bestandteil der Mediation und damit des Ausbaus. Von der Luftverkehrswirtschaft sei nun vor dem Verwaltungsgerichtshof kein konkreter Grund für die Notwendigkeit von Nachtflügen vorgetragen worden. „17 wegfallende Nachtflüge, die sich in den Tag verlegen lassen, sollen 1 000 Arbeitsplätze gefährden? Wer kann das noch glauben?“
Die Fraport habe im Planfeststellungsantrag einen Ausbau ohne planmäßige Nachtflüge beantragt. Jetzt habe die Luftverkehrswirtschaft diese Kapazitätserhöhung bekommen.
Ärger der Menschen soll gebündelt werden
„Ein Nachtflugverbot ist dabei nur ein kleines Entgegenkommen für alle steigend vom Fluglärm Betroffenen“, erklärt Antenbrink. Dazu gehöre, dass in Nachtrandstunden von 22 bis 23 und 5 bis 6 Uhr 150 Flugbewegungen zugelassen sind. „Das ist die Zeit, wenn unsere Kinder schlafen.“ Auch an anderen großen Flughäfen gebe es Nachtflugverbote. „Wer dann immer noch mit dem Untergang des Exportstandortes droht, darf mit Fug und Recht nicht mehr ernst genommen werden.“ Das betreffe auch die Landesregierung.
Sabine Roth, Sprecherin der Bigu, erklärt, die Energie der BI müsse man nutzen, den Ärger der Menschen in der Region bündeln. „Es kann doch nicht sein, dass wir nur noch ohnmächtig in den Himmel schauen, überlegen, wie und wo und zu welchen Kosten es mit unserem Leben weitergehen kann, während sich der Fraport-Vorstand in seinem Haus im Taunus die Hände reibt, dass das Geschäft so gut floriert. Was ist das für eine Gesellschaft, in der der Mensch nicht mehr zählt?“ Nach den Demonstrationen würden sich die Verantwortlichen denken „Die werden sich auch wieder beruhigen“. Roth setzt dagegen: „Ich würde am liebsten eine Dauer-Demonstration vor den Häusern der Verantwortlichen (Fraport, Politik) durchführen. Mit Lärm aus Trillerpfeifen und Töpfen. Von mir aus kann man um 23 Uhr aufhören und um 5 Uhr wieder anfangen. Wir sind ja keine Unmenschen…“ Außerdem reiche ihr das Nachtflugverbot nicht. „Für mich ist eine Dauerbeschallung von 6 bis 22 Uhr schon unerträglich. Das ist kein Leben mehr.“ Natürlich hätte man schon früher etwas tun müssen. „Ganz ehrlich hätte ich mir aber niemals vorstellen können, wie schlimm es wird.“ Aber es sei nie zu spät. „Das Recht auf körperliche Unversehrtheit gilt immer.“

Quelle: http://www.main-spitze.de/region/floersheim/11300983.htm

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